Vereinsgeschichte

Vereinsgründung

Am 27.06.1981 beschlossen Brigitte und Peter Grässlin, Margit und Martin Schiegl, Ingrid und Rudi Zwack, Lida und Kurt Henche, Marlies und Hubert Schick, Mike und Werner Fischer, Marlene und Siegfried Hammerand, Vera und Walter Kofler, Erika Bleutge und Wolfgang Bierwage einen Radlsportverein zu gründen.

Sie wählen zum 1. Vorsitzenden Rudolf Zwack mit Stellvertreter Hubert Schick. Zum Kassier Siegfried Hammerand mit Stellvertreter Kurt Henche. Und zum Schriftführer Marlene Hammerand mit Stellvertreterin Erika Bleutge.

Der SRS soll dem Freizeitradsport dienen. Der Verein wurde am 12.11.1982 in das Vereinsregister des Amtsgerichts Pfaffenhofen eingetragen. Mitglieder können damals nur volljährige Sulzbacher werden.

Die Radlgunde war schon vor der Gründung da!

Unsere Radlgunde wurde 1980 in Nordrhein-Westfalen gekauft und nach Sulzbach überführt. Die Radlstrampler führten 1981 mit ihrer Radlgunde den Volksfestzug an. Vorstand Rudi Zwack ist Ehrengast im Zelt und auch bei der Eröffnung der Hopfenmeile am 12. September 1981 mit fast 2000 Zuschauern.

Im November 1981 wurde die Radlgunde im Olympia-Einkaufzentrum in München zu einem Weltrekords-Versuch und für den Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde eingesetzt. Noch nie saßen mehr Nikoläuse auf einem Fahrrad! Artikel PK

Aller Anfang ist schwer

1982 gehören die Gründungsmitglieder zu den ersten Anwohnern im neuen Baugebiet Sulzbach. Sie haben sich in der Gründerstimmung viel vorgenommen: Am 25. September 1982 stellen sie den Antrag, die im Bebauungsplan Nr. 4 ausgewiesenen Flächen des heutigen Kinderspielplatzes für Veranstaltungen des Vereins wie Maibaumfest, Sommerfest, Kinderfest und Grillabende zu pachten. Freie Flächen würden bald nicht mehr zur Verfügung stehen! Der Antrag wird im November 1982 vom damaligen 1. Bürgermeister Anton Schranz abgelehnt. Der Verein kann jedoch den Kinderspielplatz nutzen, was nicht bei allen Sulzbachern Anklang findet. Ein Punkt, das auch heute zu beachten ist, denn auch eine Maifeier ist des einen Freud und des anderen Leid!

1983 wird im Juni die Stadt Pfaffenhofen von Anwohnern aufgefordert, die Genehmigung für ein von den Radlstramplern selbst gebautes Bierzelt zurückzuziehen. In seiner Stellungnahme unterstreicht der Vorstand soziale Zielsetzung und Zweck des Vereins: Förderung der Zusammengehörigkeit der Sulzbacher in einer kinder- und familienfreundlichen Gesellschaft. “Das Fahrrad spielt in diesem Zusammenhang eine untergeordnete Rolle”.

1985, so geht es aus den Akten hervor, genehmigt die Stadt für das Aufstellen des Zeltes und – am16. April 1985 – den vorübergehenden Gaststättenbetrieb während der Maifeier.

1988 stellt der Vorstand des SRS im Juli den Antrag, aufgrund der zunehmenden Bebauungsdichte den Standort des Maibaums auf die Fläche des geplanten Kindergartens am Bistumer Weg zu verlegen und die Infrastruktur des Gebäudes für den Verein zu nutzen. Der Stadtrat teilt größtenteils dieses Anliegen – doch zu einer Umsetzung kommt es nicht. So ist ein Maibaum nicht mehr Gegenstand der Bebauungsplanung.

Chronik

1982 stellen die Radlstrampler ihren ersten Maibaum auf dem Kinderspielplatz auf. In wochenlanger Arbeit werden Motivtafeln, ihre Halterungen und das Taferl erstellt. Die zehn Motivtafeln dokumentieren die Gründerzeit in Sulzbach und zeigen das erste Logo der Radlstrampler, den Sponsor Müllerbräu, die Verbundenheit zum Doderhof, die tägliche Arbeit an Haus und Garten, aber auch die Freizeitgestaltung. Die Kinder spielen Fußball auf dem Bolzplatz, die Eltern spielen Schafkopf, grillen, musizieren und sammeln Pilze in den umliegenden Wäldern.
Beim Umlegen des ersten Baumes wurden auch die ersten Erfahrungen gesammelt: Nach dem freien Fall brach die Krone ab und es dauerte Stunden, um den 30 m – Baum aus dem Wald heraus zu transportieren. Er wurde zur Scheune des Doderhofes gebracht.
Der Maibaum wurde gleich von den Maibaumfreunden Fürholzen entführt, obwohl er mit einer Alarmanlage gesichert war. Auf dem Brunnhof gesichtet, wurde er ordnungsgemäß ausgelöst: Die Maibaumfreunde erhielten ein Fass Bier und eine ordentliche Brotzeit, und natürlich wurde gemeinsam gefeiert. Von diesem Maifest hat Wolfgang Bierwage den wunderschönen Film “Maibaumgaudi” erstellt, der sich in unserer Medienarchiv befindet.

1982 bauten die Radlstrampler ein großes Zelt für die Maifeier. Holzstangen stiftete der Brunnhof. Sie wurden geschält und nach Sepps Plänen als Tragegestell verwendet. Die Planen wurden vom Müllerbräu gestiftet.

1983: Ein Brautpaar fährt mit unserer Radlgunde zur Trauung ins Standesamt. Danach drehen sie noch eine Runde auf dem Hauptplatz. Artikel PK

1984 wurden die Radlstrampler selbst aktiv und stahlen den Maibaum in Kreutenbach. Heute ist das kaum zu glauben: Eine ca. 10 Mann starke Truppe für mit zwei Pkw mit Hänger an den Ortsrand von Kreutenbach und liefen zum Hof. Dort hing der Baum in 5 m Höhe unter dem Vordach eines Viehstadels. Mit zwei Seilwinden wurde er heruntergelassen, zum Ortsrand getragen und dann mit einem Pkw mit Hänger und dem zweiten Hänger am Ende des Baumes bei Nacht und Nebel nach Sulzbach transportiert. Die Kreutenbacher lösten den Baum nicht aus, und so wurde er neben dem eigenen Maibaum als Schandbaum mit schwarzer Flagge aufgestellt. Über einen hämischen Spruch, der üblicherweise am Baum angebracht wird, ist leider nichts bekannt.

1985 entführten die Radlstrampler den Baum des Gartenvereins Pfaffenhofen. Er war an einen dicken Pfosten gekettet. Da er nicht einbetoniert war, konnte der Pfahl ohne Beschädigung herausgehoben und so der Baum entwendet werden. Dieser Baum wurde ausgelöst. Bier und Brotzeit sorgten für eine ordentliche Feier!

1990: Wie oben unter “aller Anfang ist schwer” beschrieben, war das Verhältnis zur Stadt nicht immer konfliktfrei. Doch das änderte sich! Im März erteilt die Stadt Pfaffenhofen ihren endgültigen Segen für den Maibaum. Sie teilt dem Vorstand mit, dass sich der Stadtrat einstimmig für einen Maibaum in Sulzbach ausgesprochen hat und damit ein guter alter Brauch aufrechterhalten bleibt. Im Mai bestätigt die Stadt seine Versicherungspflicht; die freiwillige Helfer sind jetzt in die gesetzliche Unfallversicherung einbezogen.

199? wird der Platz für das Zelt auf dem oberen Spielplatz gepflastert. Es ist eine Gemeinschaftsaktion. Die Stadt liefert die Pflastersteine, die Radlstrampler pflastern!

1997 gründet Bärbel Hage die Kindergruppe. Sie treffen sich zum Basteln, Tanzen und Singen. Mädchen der erste Generation kommen inzwischen mit ihren eigenen Kindern vorbei.

1990 erhält der Maibaum einen prächtigen Figurenkranz mit Manderl und Maderln in Hallertauer Tracht. Entworfen hat ihn Eveline. Und Hans hielt seine erste Maibaumrede.

1992 wird beim Aufstellen des Maibaums die Garage eines Nachbargrundstückes beschädigt. Die Radlstrampler stolz auf den 2. Platz im Maibaumwettbewerb des Landkreises. Die Preisverleihung findet im Rahmen einer Feier am Maibaum durch Landrat Rudi Engelhardt und der 2. Bürgermeisterin Inge Hoiß statt.

1998 beteiligen sich die Radlstrampler mit einer Christbaumsammlung in Sulzbach erstmals an der Aktion des Pfaffenhofener Kurier “Vorweihnacht der guten Herzen” zugunsten des Vereins “Familie in Not Pfaffenhofen a.d. Ilm e.V.”

1998 renoviert ein fleißiges Team die Schilder des Maibaums, das Taferl sowie die Manderl und Maderl des Figurenkranzes. Der Baum hat jetzt 14 Schilder, die auch die Entwicklung in Sulzbach zeigen. Die Wappen der Stadt und des Landkreises zeigen die Verbundenheit des SRS. Die Kapelle am Bistumer Weg erinnert an das Gelübte von Alois Stockmair eine Kapelle in seinem Garten zu bauen, wenn er wohlbehalten aus dem Krieg zurückkehrt. Ein Schild zeigt den traditionellen Martinsumzug, ein weiteres die Ausflüge mit unserer Radlgunde. Auch die Entwicklung in Sulzbach ist verewigt, denn drei weitere Schilder zeigen den unteren Spielplatz, die Skateboard Bahn und den Bolzplatz an der Anton-Schranz-Straße. Das letzte Schild stiften die Pfadfinder für unseren Maibaum.

1998 gibt sich der Verein eine neue Satzung und Gebührenordnung. Minderjährige können jetzt Mitglied werden.

2000 wird ein neuer Baum gefällt, der Förster hat beim alten nach nur 2 Jahren Lebenszeit Fäulnis festgestellt. Der neue Maibaum erhält ein neues Taferl, von Peter gemalt.

2001 im Juli bringt das Orkantief “Willi” unser Prachtstück zu Fall. Wieder werden Garage und Zaun des Nachbargrundstückes beschädigt. Der Nachbar fühlt sich bedroht. Das ist das Ende vom großen Maibaum! Alternative Standorte wie das neue Baugebiet Doderhof werden diskutiert. Letztendlich bleibt der Maibaum am alten Standort. Die Stadt erteilt jedoch die Auflage, die Höhe des Maibaums zu begrenzen. Der Vorstand befürchtet ein Verlust an Akzeptanz, gibt es doch brauchtumsgemäß einen Wettstreit um den größten und schönsten Baum! Doch diese Sorge erweist sich als unbegründet. Die Radlstrampler können das Maibaumgestell nicht mehr nutzen, es wird abgebaut. Der mühsam erstellte und gepflegte Schmuck aus zwei Jahrzehnten kann nicht mehr verwendet werden, da der Baum hierfür zu klein ist.

2002 wird erstmals zur Maifeier wird ein kleiner Baum nicht mehr mit Traktorunterstützung, sondern mit Schwaiberln und Muskelkraft in der Mitte des Spielplatzes aufgestellt und in die lehmige Erde eingegraben. Noch sind keine Maibaumtafeln dran, denn die alten sind zu groß. So werden sie durch weiß-blaue Fähnchen ersetzt. Der Baum bekommt aber ein neues Taferl mit einem Maibaumspruch in Hochdeutsch. Bärbel hat ihn geschrieben und mit der Kindergruppe die Tafel gemalt. Das erste Schild für den kleinen Maibaum.
Aus Sorge vor weiteren Schäden legten wir den Baum vor den ersten Herbststürmen um. Doch jetzt haben wir wieder Vertrauen gefunden und der Baum ziert Sulzbach das ganze Jahr!

2004 eröffnen die Radlstrampler diese Webseite. Das Layout entwickelt Beate, unterstützt von Thorsten.

2006: Landrat Rudi Engelhard und der 2. Bürgermeister Franz Schmuttermayr überreichen den Radlstramplern im Rahmen der 25-Jahrfeier eine Anerkennungsurkunde des Maibaumwettbewerbs. “Die Radlstrampler haben auch mit einem kleinen Maibaum die Kriterien des Maibaumwettbewerbs im Landkreis Pfaffenhofen erfüllt und wurden aufgefordert, ihre Aktivitäten in Sulzbach auch in Zukunft engagiert fortzuführen.”

2008 bricht beim Niederlegen des Baumes die Krone ab. Es ist ein schöne Fichte aus hellem Holz. Daher wird der Baum – nicht ganz konform mit den Regeln – gleich geschäpst, auf der Spitze die alte Metallfahne der großen Maibäume angebracht.

2009 ist unser Maibaum wieder mit Schildern geschmückt. Sie sind Abbilder der alten Schilder des großen Maibaums und wartungsfrei. Um den kleinen Baum nicht zu sehr zu belasten, bestehen sie aus Aluminium. Die acht Schilder sind beweglich, um Stürmen keinen Angriffspunkt zu bieten. Auf den beiden Seiten sind unterschiedlich, sie zeigen alle Motive des einstmals großen Baumes. Maibaum 2012 erhält der Maibaum ein neues Schild – mit dem ursprünglichen Vers aus dem ersten Maibaumjahr 1982.

2013 im November erhält unser Maibaumchef Sepp Berger “für sein außerordentliches Engagement als 2. Vorsitzender der Radlstrampler seit 30 Jahren” die Bayerische Ehrenamtskarte. Mit dem Martinsumzug 2013 wird erstmals mit “Der Schuster Martin” die Martinsgeschichte als kleines Theaterstück aufgeführt.

2014 haben die Pfaffenhofener Bürger im Rahmen der Christbaumsammlung insgesamt mehr als 10.000 Euro für Familien in Not gespendet.
Hans hält  seine letzte Maibaumrede, unterstützt von Julia und Mariam.
Es findet erstmals und gemeinsam mit den Freunden der  Familie Kufer das erste “SRS-Public-Viewing” auf dem Doderhof statt – die Vorrunde der Fußball-WM 2014. Deutschland wird Weltmeister!
Und auf dem Vereinsabend des Pfaffenhofener Volksfestes erringen wir den 3. Platz, belohnt mit 100 Euro und einem 50 l-Fass Bier.

2015 Immer hatten die Radlstrampler Glück mit dem Wetter. Doch am 1. Mai 2015 regnet es ununterbrochen. Die Sulzbacher ließen sich aber nicht vom Feiern abhalten. Und auch die Maibaum-Delegation mit Bürgermeister Herker ist gekommen und war überrascht vom munteren Treiben der zahlreichen Besucher. Sein Statement: “Kompliment an Sulzbach mit der zweitgrößten Besucherzahl, obwohl es von der Größe her mit Niederscheyern nicht mithalten kann!”

2017 Nach 20 Jahren tritt Bärbel als Gründerin und Betreuerin der Kindergruppe ins zweite Glied zurück. Julia übernimmt das Zepter und übt eigenständig Maitanz und Martinsspiel mit dem Kindern ein.

2018 Seit September 1983 ist Sepp der zweite Vorsitzende der Radlstrampler. Nach fast 35 Jahren trat er auf der Mitgliederversammlung im März nicht mehr zur Wiederwahl an. Als Aktiver wird Sepp mit seiner Maria uns weiter unterstützen, bei Maifeier, Martinsumzug und sonstigen Aktivitäten.

2019 Die Radlstrampler planen eine Holzgarage für die Radlgunde und die Lagerung der Vereinsutensilien. Die Stadt erteilt die Baugenehmigung auf städtischem Grund am Regenrückhaltebecken in Sulzbach und wird sich an den Baukosten beteiligen.